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Arbeit in der Höhe: warum das Verbinden von persönlichem und kollektivem Schutz wichtig ist

Stürze aus der Höhe sind weiterhin auf Platz 1 der Ursachen für berufliche Unfälle mit Todesfolge in der EU [1]. Sowohl kollektive Schutzausrüstung (KSA) als auch persönliche Schutzausrüstung (PSA) sind der Schlüssel zum Schutz von Mitarbeitern vor Abstürzen, werden jedoch allzu oft als getrennte Aspekte behandelt. Hier gibt Dominique Vansteenkiste, Hochrisikogeschäftsleiter bei Honeywell Industrial Safety – wo der KSA-Spezialist Combisafe und der PSA-Experte Honeywell Safety Products zusammengebracht werden – einige hilfreiche Tipps dazu, wie die beiden Aspekte miteinander verbunden und somit der Arbeiterschutz in der Höhe verbessert werden kann. 

Die Bestimmungen für Arbeiten in der Höhe 2005 sehen vor, dass bei einer Risikoeinschätzung stets zu berücksichtigen ist, wie Arbeit in der Höhe vermieden werden kann. Wenn dies nicht möglich ist, sollten kollektive Maßnahmen,wie etwa Schutzgeländer, Arbeitsplattformen oder Netze, stets Ausrüstung für Personenabsturzsicherung (PFPE) vorgezogen werden [2]. Die Montage von KSA selbst kann jedoch zu einer Gefährdung der Arbeiter führen, wenn keine angemessene Sicherheitsplanung vorgenommen wird.Eine Möglichkeit, ein solches Risiko zu minimieren, besteht darin, kollektive Schutzausrüstung, wie etwa Seitenschutz und Gitter, am Boden vorzumontieren, was jedoch nicht immer möglich ist.

Wenn zum Anbringen von KSA eng an einer Kante gearbeitet wird, kann dies besonders gefährlich sein, da Stürze von Dächern eine der Hauptursachen für Todesfälle und schwere Verletzungen am Arbeitsplatz darstellen[3]. Eine der zentralen Herausforderungen für Arbeiter besteht darin, den richtigen Ankerpunkt für ihre PASA zu finden, wobei es sich meist um einen Sicherheitsgurt oder ein selbstaufrollendes Rettungsseil (SRS) handelt. Zum Beispiel besteht ein häufiger Fehler darin, dass der Arbeiter sich am Boden verankert, was tatsächlich das Risiko erhöht, dass das Seil im Fall eines Sturzes an der Kante reißt.

Aus diesem Grund ist es ausschlaggebend, SRSs zu verwenden, die vollständig kantengeprüft sind und für das Anbringen am Boden zugelassen sind  – wie etwadas Honeywell Miller TurboLiteTM Edge SRL – wenn Arbeiter über eine Kante fallen können, jedoch nicht die Möglichkeit besteht, einen höheren Ankerpunkt zu verwenden. Miller TurboLiteTM Edge ist dank seines extrem widerstandsfähigen verstärkten Gewebes für Arbeiter mit einem Gewicht von bis zu 140 kg zertifiziert. Es verfügt über einen Schnellverriegelungsmechanismus für einen geringeren Auffangweg, was vor allem dann wichtig ist, wenn nur wenig vertikaler Freiraum vorhanden ist. Miller TurboLiteTM Edge entspricht außerdem der Norm BS EN 360:2002, die die Anforderungen an persönliche Schutzausrüstung gegen Abstürze aus der Höhe festlegt  – ausziehbare Höhensicherungsgeräte.

Es ist wichtig, im Hinterkopf zu behalten, dass eine neue Norm, die die Anforderungen an SRSs festlegt, voraussichtlich 2018 in Kraft treten wird, was bedeutet, dass zusätzliche Prüfungen vor dem Arbeiten auf einem Dach mit einer Kante notwendig sein werden. Bis jetzt konnten Unternehmen SRSs für horizontale und vertikale Anwendungen nutzen, selbst wenn die Mitarbeiter Arbeiten nahe an der Kante eines Dachs ausführten. Es musste lediglich eine Stahlschlaufe am Ende des SRS angebracht werden, um sicherzustellen, dass es nicht an der Kante des Dachs reißt. Durch die neue Richtlinie werden jedoch strengere Kontrollen erforderlich.

Das Abfangen eines Sturzes ist jedoch nicht das einzige, was berücksichtigt werden muss. Es ist ebenso wichtig zu kontrollieren, wie der Arbeiter fällt. Ein falscher Ankerpunkt kann zum Beispiel dafür sorgen, dass Arbeiter dem sogenannten „Pendeleffekt“ ausgesetzt sind, wobei ein Arbeiter, der fällt, wie ein Pendel vor und zurück schwingt, wenn kein Anker direkt über ihm angebracht ist. Dieser Effekt kann schwere Verletzungen herbeiführen, wenn der Arbeiter mit nahegelegenen Flächen kollidiert, zum Beispiel einer Wand oder einem hervorstehenden Pfeiler. Das Anbringen des Ankerpunkts direkt über dem Arbeitsbereich mithilfe von Überkopfabsturzsystemen, wie etwa dem COMBISAFE SkyReach Anker, unterstützt die Vermeidung solcher Unfälle.

Während sie die Montage von KSA auf der einen Seite sicherer macht, kann eine umfassende Strategie, bei der kollektiver und persönlicher Schutz integriert wird, außerdem zur Beseitigung weiterer Gefahren führen. Tägliche Aufgaben, wie etwa die Montage von Paneelen für horizontale Schalungssysteme oder das Be- und Entladen von Fahrzeugen, können ebenfalls außerordentlich gefährlich sein und erfordern eine angemessene Planung. Bei Stürzen von Fahrzeugen handelt es sich um einen der häufigsten Unfälle bei dem Transport am Arbeitsplatz [4], wobei es diesbezüglich jedes Jahr zu über 2.000 schweren Verletzungen im Vereinten Königreich kommt. [5].Etwa 1 von 3 tödlichen Arbeitsunfällen in der EU finden im Zusammenhang mit Fahrzeugen statt, wobei es sich bei Stürzen von Fahrzeugen um eine der häufigsten Unfallarten handelt [6].

Wenn Arbeit in der Höhe auf Fahrzeugen beim Be- und Entladen, bei Wartung oder Reinigung nicht vermieden werden kann, sollte der erste Schritt stets darin bestehen, kollektive Lösungen einzuführen, zum Beispiel Gerüste oder Plattformen [7]. Auch hier ist die Kompatibilität mit der PASA ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl der KSA. Eine Beladungsplattform bzw. eine Hebebühne sollte zum Beispiel stets über einen Ankerpunkt verfügen, der darauf geprüft ist, dass er das Gewicht des Arbeiters tragen kann, wenn dieser über das Schutzgeländer fällt. Zu ähnlichen Unfällen kann es kommen, wenn sich die Plattform bewegt oder durch ein anderes Fahrzeug angestoßen wird.

Wenn Arbeiter Aufgaben direkt auf dem Fahrzeug ausführen, ist es entscheidend, Ausrüstung, wie etwa das COMBISAFE Verladesystem MkII, in Kombination mit dem SkyReach Anker zu verwenden.Das Verladesystem MKII, daseine mit Fertigballastblöcken (Gewicht: 1,500 kg) beschwerte Basis umfasst, ermöglicht den Arbeitern ein sicheres Be- und Entladen von Tiefladern und hoch gelegenen Arbeitsplätzen auf Bauhöfen oder Baustellen. Wenn das mit dem SkyReach Anker montierte Komplettsystem neben einer Ladefläche positioniert ist, bietet es dem Nutzer einen Ankerpunkt 5,9 m über dem Boden.

Die Auswahl der richtigen KSA und PSA ist jedoch nicht ausreichend, wenn die Arbeiter, die diese verwenden, nicht angemessen geschult sind. Die Bestimmungen für Arbeiten in der Höhe 2005 legen fest, dass Arbeiter angewiesen und geschult werden müssen, um die Arbeitsausrüstung kompetent einzusetzen [8]. Wenn Netze verwendet werden, müssen die Netzanbringer zum Beispiel dahingehend geschult werden, wie die Netze mithilfe von PASA sicher anzubringen sind. Durch Schulungen sollten Arbeiter stets Anweisungen darüber erhalten, auf welche PASA zurückzugreifen ist, und wie diese unter Berücksichtigung der Risiken und der Umgebung korrekt anzuwenden ist. Die Arbeiter sollten hierbei außerdem lernen, wie Höhensicherungsgeräte an der Gebäudestruktur anzubringen sind, um den Pendeleffekt zu verhindern.

Die Arbeit in der Höhe bleibt eine riskante Angelegenheit und die Übernahme eines umfassenderen Sicherheitsansatzes, bei dem der kollektive und persönliche Schutz vollkommen integriert wird, ist hierbei ausschlaggebend. Der PSA sollte stets die erste Schutzfunktion eingeräumt werden. Sicherheitskoordinatoren haben jedoch ihre wichtige Rolle zu erfüllen, indem sie sicherstellen, dass Arbeiter sich über alle Risiken im Klaren sind, die Arbeit in der Höhe mit sich bringt, und in der Lage sind, PSA und KSA effektiv einzusetzen.

Besuchen Sie www.honeywellsafety.com oder sprechen Sie mit dem Combisafe Vertriebsteam über Ihren vollständigen PSA-Bedarf; das Team wird Sie dann an den zuständigen Honeywell Safety Products-Experten weiterleiten.

References:

1.    https://oshwiki.eu/wiki/Construction_safety#Work_at_height

2.    http://www.hse.gov.uk/construction/pdf/fallsqa.pdf

3.    http://www.hse.gov.uk/pubns/indg401.pdf

4.    http://www.hse.gov.uk/workplacetransport/vehicles/preventingfalls.htm

5.    http://www.hse.gov.uk/pubns/indg413.pdf

6.    https://osha.europa.eu/en/tools-and-publications/publications/e-facts/efact02.

7.    http://www.hse.gov.uk/workplacetransport/vehicles/preventingfalls.htm; http://www.hse.gov.uk/fallsfromvehicles/construction.pdf.

8.    http://www.hse.gov.uk/construction/pdf/fallsqa.pdf